#18 Papazeit…

am letzten Freitag war es wieder so weit. Pünktlich gegen 16:00 Uhr habe ich unsere Tochter in ihrer neuen WG abgeholt. Als ich vorgefahren bin, hüpfte unsere Maus schon voller Vorfreude hinter dem Fenster als sie mein Auto gesehen hat. Diesmal stand keine Tasche vor der Tür und diese öffnete sich auch nicht sofort, also bin ich ausgestiegen und unserer Kleinen entgegen gegangen. Hinter der Tür hörte ich dann die Stimme ihrer Mutter und ein paar Sekunden späte öffnete sich die Haustür einen Spalt und ohne dass ich jemanden anderes gesehen habe, wurde unsere Tochter vor die selbige geschoben. Freudig begrüßten wir uns und gingen zum Auto. Auf der Rückfahrt hat mich unsere leicht erkältete Lütte über die neusten Entwicklungen informiert. Nachdem Einkaufen haben wir unser neues Freitagabendritual praktiziert und uns gemütlich einen Film angesehen. Nachdem Abendritual und noch etwas miteinander quatschen, eigentlich eher unsere Tochter erzählt und Papa hört zu ging es dann ins Bett. 😀 😀

Nachdem Frühstück am Samstag ging es dann zu einem Kindergeburtstag zurück in ländliche Idylle. Pünktlich um 11:00 Uhr habe ich unsere Kleine bei ihrer Klassenkameradin abgeliefert um sie gegen 15:30 Uhr wiederabzuholen. Auf der Fahrt nach Hause hat sie erzählt, dass es kein richtiges Mittagessen gab, sondern Torte, die ihr wohl nicht geschmeckt hat. Der restliche Nachmittag bzw. Abend verlief ruhig und wir haben zusammen an dem LEGO Set weitergebaut.

Am Sonntag haben wir in aller Ruhe gefrühstückt und sind gegen 10:00 Uhr bei herrlichem Wetter zum Boßeln gefahren. Bei der Auslosung waren wir beide im „schwarzen“ Team, welches am Ende gewonnen hat. Nach einem sehr schönen Tag und sehr viel frischer Luft sind wir gegen 15:30 Uhr Zuhause angekommen und jetzt hieß es eigentlich die Zeit bis 18:00 Uhr vernünftig miteinander verbringen, weil dann ihre Mutter sie abholen kommt*. Zuerst haben wir die Tasche gepackt, was allerdinge recht übersichtlich war und danach haben wir noch etwas geredet und gebaut. Kurz nach 18:00 Uhr habe ich bei ihrer Mutter nachgefragt wo sie denn bleibe und dann überraschend von ihr erfahren, dass sie nicht bereit ist unsere Tochter abzuholen. Gegen 20:00 Uhr und vor allem einem sehr belastenden Telefonat unserer Kleinen mit ihrer Mutter stand fest, dass diese sich schlicht weigert unsere Tochter abzuholen. In Anbetracht der Uhrzeit, der völligen emotionalen Auflösung unserer armen Maus und den Anzeichen von Fieber und der ohnehin schon vorhandenen Erkältungssymptome von Freitag habe ich mich entschieden, dass unsere Maus zumindest bis Montag bei mir bleibt, zumal ich ebenfalls nicht ganz fit war bzw. bin.

Am Montagmorgen wachte meine Tochter dann mit Fieber auf und wirkte gänzlich schlapp und erschöpft, was ebenfalls dem Zustand entsprach in dem ich mich befand. Bei Fieber (39,3°) fällt die Schule aus. Also habe ich diese informiert und unsere Maus ins Bett gepackt und ihr Ruhe und Kamillentee verordnet. Im Anschluss habe ich ihre Mutter informiert und ebenfalls das Problem versucht zu lösen, was wir denn jetzt machen. Leider blieb das ohne Erfolg. Während ich darüber nachdachte, was ich jetzt tun kann bzw. was es überhaupt für Möglichkeiten gibt, kam von einem ganz, ganz lieben Mensch unerwartet Unterstützung und Hilfe. Gegen 10:00 Uhr meldete sich, dass bis dahin ausgebliebene Hungergefühl bei unserer Tochter und wir wurden mit frischen Brötchen überrascht und haben in Ruhe gefrühstückt. Das unsere Kleine wieder Appetit hatte, habe ich als gutes Zeichen gewertet, denn wie sagte mein Großvater immer: “Ein krankes Pferd frisst nicht!“. Während des Frühstücks bot sich der liebe Mensch an uns zu fahren, da ich leider auch nicht in dem Zustand war ca. 2 Stunden durch die Gegend zu fahren. Gegen 11:00 Uhr habe ich dies ihrer Mutter mitgeteilt und auch das wir gegen 12:00 Uhr da sein werden, da unsere unerwartete Fahrgelegenheit am frühen Nachmittag anderweitige Termine hat. Nachdem wir erneut die Temperatur gemessen haben und diese gesunken war auf 38,1°, haben wir uns auf den Weg gemacht. Gegen 12:20 Uhr waren wir dann vor Ort und niemand war da. Unsere Tochter wirkte etwas irritiert, genau wie ich. Das Auto von Mama war nicht da und sonst war es auch eher ruhig. Nach einer kurzen Überlegung haben wir uns gedacht, dass bestimmt die Stiefgroßeltern da sind oder Mama vielleicht dort ist. Zum Glück wohnen die nur die Straße runter. Ein paar Minuten später waren wir dort und der gegenwärtige Lebensabschnittsgefährte schweißte gerade etwas. Wir haben „Hallo!“ gesagt, was unter der Schweißer Maske erwidert worden ist, ein paar weitere Höflichkeiten ausgetauscht, den Hund begrüßt und dann hat sich unsere Tochter mit einem unendlich langen Kuss auf die Wange von mir verabschiedet.

*Im Rahmen der fragwürdigen Neuregelung haben die Mutter unserer Tochter und ich vereinbart uns die Fahrerei zu teilen. Konkret hatten wir überlegt, dass sie unsere Tochter zu mir bringt und ich sie wieder zu ihr. Bisher hat mir ihre Mutter immer 2-3 Tage vorher ohne Angabe von Sachgründen mitgeteilt, dass sie unsere Maus nicht bringen könne. Unsere Maus hat mir erzählt vor den Herbstferien erzählt, dass Mama im Krankenhaus liegt, daher hab ich das jetzt nicht weiter vertieft, allerdings ist ihre Mutter wohl wieder zu Hause und kann laut unserer Tochter auch wieder rege Auto fahren, daher ist es auch an der Zeit, dass sie sich an den Inhalt der Absprache hält und eine Tour fährt. Das habe ich ihr auch am Freitagabend mitgeteilt, worauf es erst am Sonntag um 17:00 Uhr eine Reaktion per E-Mail gab, welche ich erst nach meiner SMS gelesen habe. Mich macht dieser Mangel an Kompromissbereitschaft und Rücksichtnahme einfach nur traurig.

2 Gedanken zu “#18 Papazeit…

  1. Über so ein Verhalten Deiner Ex kann man auch nur traurig sein, eigentlich fast schon wütend. Denn auch wenn sie beabsichtigt, in erster Linie Dir eines auszuwischen, ganz gleich, warum sie auch immer meinte, Du hättest das verdient, schadet so ein Verhalten in erster Linie nur einem: dem Kind.

    1. Danke, dass sehe ich genauso. Mir ist die Ursache für ihr Verhalten völlig schleierhaft und ich kann es nicht nachvollziehen. Am meisten bin ich darüber verwundert, dass nach zweieinhalb Trennung immer noch neue Tiefpunkte erreicht werden.
      Im Rückblick auf das Wochenende frage ich mich, warum sie sich nicht zeitnah gemeldet hat und wir dann gemeinsam nach einer Lösung im Interesse unserer Tochter gesucht haben.

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