Diskriminierung und Erpressung 2018…

Am Montag, den 25.06.2018 war der große Sorgerechtstermin zur mittelfristigen Zukunft unserer Tochter.

Seit Herbst 2016 hat ihre Mutter immer wieder versucht den väterlichen Umgang auf ein tradiertes, unzeitgemäßes und nicht im Kindeswohl oder Kindesinteresse liegendes Wochenendmodell zu reduzieren.

Ein Wochenendvater sei kein vollständiger Vater.

Was ist das Beste für Kinder nach der Scheidung?

Nachdem die Mutter 2017 wiederholt und erfolglos versucht hat ihren Willen durchzusetzen, hat sie ihre Strategie geändert. Grund dafür ist meiner Ansicht nach, dass ihr sehr deutlich von der Beraterin der Erziehungsberatungsstelle mitgeteilt worden ist, dass in der Einschulung kein Grund liegt die bestehende Regelung zu ändern. Zudem spricht gerade die räumliche Nähe beider Haushalte und das Bestreben des Vaters in dem gleichen Ort in dem die gemeinsame Tochter zur Schule gehen soll eine Wohnung zu finden, in keiner Weise für eine solche Änderung.

Zum einem hat die Mutter die Gespräch bei der Erziehungsberatungsstelle eingestellt bzw. abgebrochen und zum anderen hat die Mutter entschieden, dass sie durch das Schaffen einer räumlichen Distanz die Fortsetzung der bisherigen, gut funktionierenden Regelung faktisch unmöglich macht.

Im Rahmen ihres Ansinnens hat mir ihr Anwalt Mitte Februar 2018 einen mehrseitigen, äußert diffamierenden und beleidigenden Brief geschrieben in dem ich aufgefordert worden bin, einer Änderung der bestehenden Umgangsregelung zuzustimmen. Kurz, knapp und sachlich habe ich verneint und meine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft erneuert ohne eine Antwort zu erhalten.

Ende März habe ich eine Ladung für ein Umgangsverfahren des zuständigen Familiengerichts erhalten. Auf ca. 8 Seiten wurde ich dann weiter diffamiert und beleidigt und der Antrag gestellt, dass wegen der bevorstehenden Einschulung und vor allem meiner „Unfähigkeit als Vater“ die bisherige Umgangsregelung nicht aufrechterhalten werden könne. Im Rahmen des Erörterungstermines, hat das zuständige Gericht klipp und klar festgestellt: „Die bestehende Regelung funktioniert gut, auch wenn vieles andere bei ihnen als Eltern nicht funktioniert. Damit könnte ich es mir sehr einfach machen und ihren Antrag als offensichtlich unbegründet abweisen, wenn es nicht irgendwo eine nebulöse Andeutung gegeben hätte, dass sie [Kindermutter] Gedanken/Pläne haben umzuziehen.“ Daraufhin hat die Mutter erstmals klar und deutlich mitgeteilt, dass sie zu ihrem gegenwärtigen Lebensgefährten ziehen möchte und will dass unsere Tochter mitzieht und dort zur Schule geht. Die neue Wohnstätte befindet sich ca. eine gute Stunde mit dem Auto entfernt von dem bisherigen Lebensmittelpunkten unserer Tochter und würde ein Fortbestehen der bisherigen Regelung schlicht nicht möglich machen, ganz wie die Mutter es seit ca. 1,5 Jahren will.

In Folge dieser neuen Erkenntnisse wurde dann, dass richtige Verfahren eröffnet, was auch seitens des Gerichts deutlich der Mutter bzw. ihren Rechtsbeistand mitgeteilt worden ist „Sie haben hier a) den falschen Antrag gestellt und b) ihr [Anwalt der Mutter] Antrag hätte lauten müssen:  Die Kindesmutter beabsichtigt zum Datum XY zu ihrem Lebensgefährten nach SOWIESO zu ziehen und die gemeinsame Tochter mitzunehmen und dort einzuschulen. Der Vater möchte das nicht, wir beantragen deshalb die Zustimmung zu ersetzen/ das ABR etc. und infolge dieser Veränderung die bestehende Umgangsregelung wie folgt anzupassen …“.

Im Zuge des im Anschluss eröffneten Sorgerechtsverfahrens wurde dann eine Sachverständige beauftragt, deren Aufgabe es war herauszufinden was dem Wohl unserer Tochter am ehesten bzw. am besten entspricht.

Bei 2 x 2 Terminen, jeweils einmal ein Einzelgespräch mit uns als Eltern und einmal ein Eltern-Kind Termin. Wurde ein Fragebogen ausfüllt, beliebig viel über die eigene Familie, Beziehungen und die Partnerschaft zum Elternteil des gemeinsamen Kindes geredet. Im Zweiten Termin wurde über die Erziehungsziele etc. geredet und unsere Tochter hat ihre Kinderzimmer geknetet und ein paar Bilder gemalt. Zudem hat die Sachverständige mit diversen anderen Beteiligten telefoniert, allerdings nicht mit der Beraterin der Erziehungsberatungsstelle, welche die Mutter und mich seit Sommer 2016 bis Herbst 2017 oder Anfang 2018, je nach Sichtweise, begleitet und unterstützt hat. Auf Rückfrage hat die SV mitgeteilt, dass sie das nicht mehr für notwendig gehalten, weil wir dort „schon länger“ nicht mehr anhängig seien. Am Ende stand ein 60 seitiges „Gutachten“, dass nachfolgende, „völlig überraschende“ Erkenntnisse festgehalten hat.

  1. Wir sind beide sehr gute und engagierte Eltern.

  2. Unserer Tochter geht es bei beiden Eltern sehr gut.

  3. Das die Probleme im Elterlichen miteinander liegen.

Im Ergebnis ist es deshalb am besten für die Tochter mit der Mutter umzuziehen.

Um ihre Entscheidung zu untermauern hat die SV vor allem zwei Gründe angeführt.

  1. Die Mutter hätte sich intuitiv und zeitnah um das „akute“ Gewichts- und Ernährungsproblem der Tochter gekümmert, während ich dies ihrer Ansicht nach nicht getan habe. Was a) komplett erstunken und erlogen ist, weil ich bereits mehrfach versucht habe mich in den letzten 12 Monaten mit der Mutter über die Ernährung der Tochter zu unterhalten um an einem Strang zu ziehen, weil dieses Thema bereits seit der U9 Untersuchung im Februar 2017 auf der Agenda ist und b) ich zumindest laut der SV anscheinend keine Ahnung von Ernährung habe, was ganz offensichtlich ist, wie hier nachgelesen werden kann.
  2. Die Sachverständige hat weiter argumentiert, dass die Mutter perspektivisch besser in der Lage sei unsere Tochter am Nachmittag nach der Schule individuell aufzufangen, weil sie beabsichtige nach den Ferien nur noch halbtags zu arbeiten. Auf meine Äußerung, wenn das entscheidend ist, arbeite ich auch nur noch halbtags, wurde es ziemlich still im Saal.

Leider zeigte das Gericht entgegen meinem früheren Eindruck keinerlei Bereitschaft, dieses sehr eigenartige „Gutachten“ kritisch zu betrachten oder der SV ein paar kritische Fragen zu stellen. Anlass dafür hätte es m.E. reichlich gegeben, da es in diesem Werk von zahlreichen falsch wiedergegeben Sachverhalten wimmelt, was aber laut SV nicht maßgeblich für ihre Entscheidung gewesen sei. Für mich hat diese Sachverständige, welche laut ihrer Internetseite Mutter von drei erwachsenen Kindern ist und ihren Familienstand geschickt im unklaren lässt, lediglich Gründe gesucht ihre subjektive Sichtweise „ein Kind gehört zumindest im Zweifel zur Mutter und Zweifel gibt es immer“ durchzudrücken und schlicht ihr Entgelt abzukassieren.

Mir gegenüber hat das Gericht unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass es der Entscheidung der SV ohne Widerspruch oder Kritik in jedem Fall folgen wird. Damit hatte ich dann die Wahl dem Umzug unserer Tochter „zuzustimmen“ oder per Beschluss inkl. der damit verbundenen Restriktionen dazu verurteilt zu werden. Aufgrund dieser wirklich objektiven und plausibel Vorgetragen Entscheidung der Sachverständigen und der nach Fairness und Gerechtigkeit nur so duftenden Äußerung des Gerichtes habe ich dann „freiwillig einem Vergleich zugestimmt“, dass meine Tochter mit ihrer Mutter umzieht und dort eingeschult wird inkl. der damit verbundenen Folgen für meine Tochter und mich.

Mein persönliches Fazit dieser Farce ist, dass sich in 45 Jahren überhaupt nichts verändert hat. Genau wie bei meinem Vater Anfang der 70iger, sind Väter unverändert Elternteile zweiter Klasse in Deutschland. Lediglich das gesamte Verfahren ist teurer, aufwendiger und voll von dummen Sprüchen der Verfahrensbeteiligten die schlicht und unnütz abkassieren bzw. sich an der Situation bereichern. Einzig ehrlicher war es früher, weil klar war, dass ein Vater es gar nicht erst versuchen braucht, seiner Verantwortung als Elternteil gerecht werden zu wollen.

Im Ergebnis wird das Persönlichkeitsrecht der Mutter, sofern diese nicht offensichtlich und übersehbar ungeeignet ist sich um das Kind zu kümmern oder anderweitig gehindert ist ihr Sorgerecht auszuüben, über die Rechte des Kindes und des Vaters gestellt.

Einmal mehr sind unter Beihilfe und Billigung staatlicher Institutionen ein Vater und seine Tochter diskriminiert worden. Unverändert wird das universelle Menschenrecht (Würde) von Kindern auf gleichberechtige, paritätische Teilhabe an beiden Elternteilen mit Füßen getreten und dem Willen der Mutter untergeordnet.

Weiter bin ich als Vater, wie unzählige Väter zuvor, darauf reduziert worden meine Tochter alle vierzehntage am Wochenende „sehen zu dürfen“. Meine Elternrechte, -wünsche und -bedürfnisse als Vater sind Zusammen mit den Rechten, Wünschen und Bedürfnissen meiner Tochter komplett missachtet worden.

  • Ich werde meine Tochter nach der Schule nicht trösten können, wenn sie das erste Mal eine schlechte Klassenarbeit nach Hause bringt.
  • Ich werde mit meiner Tochter nicht feiern können, wenn sie strahlend mit einer sehr guten und tollen Klassenarbeit nach Hause kommt.
  • Ich werde mit meiner Tochter keine Hausaufgaben machen oder mit ihr für die Arbeit am nächsten Tag lernen.
  • Ich werde keine Kunstprojekte mit ihr umsetzen oder Laternenbasteln.
  • Ich werde meine Tochter vermutlich nicht abholen und trösten wenn, sie sich im Sportunterricht das erste Mal verletzt.

Meine Tochter und ich werden zahlloser, schöner, trauriger, emotionaler Momente und Gelegenheiten beraubt, einzig weil der Wille der Mutter höher wiegt, als alle Grundrechte meiner Tochter und von mir zusammen.

Wie im Jahre 2018 in einer Zeit von Elterngeld, Elterngeld+, Partnermonaten und der viel zitierten Gleichberechtigung, Väter weiterhin Elternteile zweiter Klasse sind und Mütter gegen jede Vernunft, Ratio und Erfahrung ihre egoistischen Motive durchdrücken können, bleibt mir unverständlich. Obwohl inzwischen durch zahllose Studien belegt worden ist, dass das Wochenendmodell nicht ausreichend ist für Kinder und Eltern, wird immer wieder ohne zwingenden Sachgrund so entschieden bzw. werden Vätern „Zustimmungen“ hierzu abgepresst.

Natürlich wird das unter dem Mantel des „Kindeswohles“ alles schön geredet, aber wenn es wirklich um das Wohl der Kinder gehen würde müssten sich die Elternteile unterordnen und nicht andersherum.

Ich kann in meinem konkreten Fall nur hoffen, dass sich diese ganzen dummen Sprüche und wohlgemeinten Ratschläge im Interesse meiner Tochter zumindest zum Teil bewahrheiten. Für die Zukunft hoffe und erwarte ich, dass sich im Parlament endlich eine Mehrheit findet, die das paritätische Wechselmodell zum Regelfall für getrennt erziehende Eltern macht, wie es sich aus der UN Kinderrechtskonvention von 1989 und der ebenfalls aus der Forderung des Europarates vom 02.10.2015 ergibt.

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4 Gedanken zu “Diskriminierung und Erpressung 2018…

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