#02 Papa“wochenende“…

im Jahre 2017. Die 10 Tage sind viel zu langsam vorbei gegangen seitdem letzten Papawochenende, aber Vorfreude ist die schönste Freude. Diesmal ist es lediglich ein „kurzes“ Papawochenende und begann am Donnerstagnachmittag. Meine Tochter hatte sich am Donnerstag gerade bei einem anderen Kind verabschiedet, als es mich, hinter der Glastür stehend, kommen sah. Sofort strahlte sie über das ganze Gesicht und fing freudig und aufgeregt an zu winken. Sobald ich die Tür aufgemacht habe, sprang der Turnfloh in meine Arme und drückte mich ganz fest.

Nach dieser stürmischen Begrüßung, ging es für eineinhalb Stunden zum Kinderturnen. Papa hat den Zwerg zur Turnhalle gebracht, beim Umziehen geholfen und der kleinen Maus viel Spaß beim Turnen gewünscht. In der Wartezeit bin ich einkaufen gefahren, man muss die Zeit schließlich sinnvoll nutzen und an einem „kurzen“ Wochenende müssen wir zwei nicht auch noch einkaufen fahren, auch wenn wir gerne zusammen einkaufen gehen. Nachdem alle Besorgungen erledigt waren, bin ich zurück zur Turnhalle und habe auf meinen kleinen Stern gewartet, mit den anderen Eltern/ Müttern „reden“ war nicht so drin, es hat sich eher als schwierig erwiesen. Ich habe leicht den Eindruck gehabt, dass ich der „böse Ehemann“ bin, der die „arme Mutter“ verlassen hat. Mir ist das aber egal, viel wichtiger war, dass um 18:00 Uhr meine Tochter müde und erschöpft aus der Halle kam, sich umgezogen hat und sich auf Papa freute. Nach dem Verabschieden sind wir nach Hause gefahren. Zuhause ist die Kleine unter die Dusche und Papa hat die Einkäufe eingeräumt und hat den Tisch für das Abendbrot gedeckt. Nachdem Essen begann unser übliches Ritual und dann hieß ab ins Bett für meinen kleinen Stern, „Der kleine Ritter Trenk“ von Kirsten Boie wurde vorgelesen, gekuschelt und dann hieß es „Süße Träume mein Schatz und schlaf gut.“ Der Donnerstagabend verlief weiter vollkommen perfekt, nach ca. 10 Minuten schlief meine Tochter ein und hatte ein glückliches Lächeln auf dem Gesicht, wie es wohl nur Kinder haben die von Mama und Papa geliebt werden.

_malenAm Freitagmorgen hieß es Koffer fertig packen und frühstücken. Am Nachmittag ging es mit dem Zug zu Oma, denn Oma feierte am Samstag Geburtstag. Zug fahren ist ziemlich hoch im Kurs und deshalb kein Problem, aber vorher ging es noch in die KiTa, also hat Papa ein KiTa-Brot gemacht und Reiseproviant, auf der letzten Zugfahrt hatte ich angeblich zu wenig zu essen dabei nach Aussage meiner Tochter. Diesen Fehler wollte ich natürlich unter keinen Umständen wiederholen. Nachdem alle Brote geschmiert, das Gepäck im Auto und wir startklar waren, habe ich meinen kleinen Stern zur KiTa gebracht und bin dann zur Arbeit gefahren. Mein Arbeitstag verging fix und pünktlich um drei habe ich meine Tochter abgeholt und es ging zum Bahnhof. Der Zug kam pünktlich und es folgten vier Stunden Prinzessin Lillifee, malen mit den neuen Zugbuntstiften und essen im Zug. Nach einer ruhigen und pünktlichen Zugfahrt hat uns Opa am Bahnhof abgeholt und es ging zu Oma und Opa nach Hause. Freudig hat die Kleine Oma begrüßt, gratuliert und nach einem kurzen Moment ging es für den kleinen Stern ins Bett. Papa hat noch eine Geschichte vorgelesen, ein wenig gekuschelt und dann schlief mein kleiner Stern ein und träumte, wie fast immer, vom Traumbauernhof*.

Am Samstagmorgen waren wir alle relativ früh wach bzw. normal so gegen 7:00 Uhr begann das Leben im Haus. Der kleine Stern hat Oma und Opa geweckt, sich angezogen und Oma beim Tisch decken geholfen. Opa ist zum Bäcker und Fleischer gefa_spielplatzhren und gegen 08:00 Uhr als Papa zum Duschen ging waren die drei schon fast fertig mit dem Frühstück, da hab ich wirklich den Kopf geschüttelt. Der restliche Tag bis zum Eintreffen der Gäste verlief ruhig, meine Tochter und ich sind für eineinhalb Stündchen auf den Spielplatz und an die frische Luft. Gegen 16:00 Uhr kamen die Gäste. Es wurde sich begrüßt, geredet, es gab Kaffee und Kuchen, die Kleine hat gespielt und rumgealbert. Es war ein vergnüglicher restlicher Tag und zum Abendbrot gab es Buffet mit unter anderem Lasagne. Also das perfekte Abendbrot aus der Sicht einer Fünfjährigen. 😀

Am Sonntag hieß auch schon wieder Abschied nehmen, denn gegen 12:00 Uhr fuhr unser Zug zurück. Nach einem ausgiebigen Brunch, hat Papa die Koffer und das sonstige Zeug zusammen getragen und die kleine Maus hat noch etwas die Zeit mit Oma und Opa genossen. Diesmal wollte sie gar nicht los und wäre am liebsten bei Oma und Opa geblieben, aber leider geht das nicht so einfach, denn am Montag ist wieder KiTa und auch ihre Mama freut sich, sie wiederzusehen. Daher sind wir ca. 11:20 Uhr ins Auto und Opa hat uns zum Bahnhof gefahren. Dort hat dann alles geklappt und als wir gegen 13:30 Uhr im Fernverkehrszug saßen, war mein kleiner Stern sehr traurig. Sie war traurig, weil wir nicht länger bei Oma und Opa geblieben sind, weil sie wieder in die KiTa muss und Papa dann so lange nicht sieht und überhaupt ist das alles blöd. Am liebsten hätte ich meiner Tochter gesagt: „Ja damit hast du völlig recht und ich finde das auch alles blöd, aber ich kann das nicht ändern!„, dies habe ich ihr natürlich nicht gesagt, sondern ich habe sie in den Arm genommen und die alte Leier vorgebetet, dass das in Ordnung ist wenn sie traurig ist und dass das nicht ihre Schuld ist etc. Nach ein paar Tränen und etwas kuscheln habe ich ihr ein Buch vorgelesen_flechten und die Traurigkeit trat zumindest nicht mehr dominant nach vorne und die restliche Fahrt verlief etwas getrübt, aber ruhig. Als wir unseren Zielbahnhof erreicht hatte sind wir noch für eine halbe Stunde auf den Spielplatz und der kleine Stern hat sich ausgetobt. Danach ging es unter die Dusche mit Haare waschen und Papa durfte sich ausprobieren beim Zöpfe flechten und ich bin mit dem Ergebnis doch recht zufrieden. Danach gab es Abendbrot inkl. dem restlichen Ritual und danach schlief sie friedlich, niedlich und schnarchend ein und schlief durch bis Montagmorgen.

Nach einem von Widerstand geprägtem Wecken, stand die Maus schlussendlich doch auf und zog sich an. Es gab Frühstück und Papa hat die „Übernachtungstasche“ fertig gepackt und den Rest gekramt. Danach hieß es Schuhe anziehen etc. und es ging zur KiTa, auch wenn sie nicht in den Frühdienst wollte, aber daran ließ sich jetzt nichts ändern. An der KiTa wurde sich verabschiedet und gezählt wie oft der kleine Stern schlafen muss bis er Papa wiedersieht. Es sind neun Nächte. Mit einem dicken Kuss ist Papa dann zur Arbeit gefahren und hat ein schönes und lustiges „Papawochenende“ verbracht.

*Der Traumbauernhof ist seit Sommer 2016 der Traum, wo Mama und Papa und der kleine Stern zusammen im Urlaub sind und Eis essen. Ich persönlich finde es ganz erstaunlich, wie konsequent meine Tochter diesen Traum hat oder vorgibt zu haben. Ich nehme an, dass sie damit ihr Bedürfnis nach der Wiederherstellung ihrer richtigen Familie zum Ausdruck bringt.

2 Gedanken zu “#02 Papa“wochenende“…

    1. Danke, aber es wäre trotzdem nicht richtig. Ich möchte meine Tochter in ihrer ohnehin schon schwierigen Situation, auch nicht unabsichtlich, irgendwie unter Druck setzen. Diese Antwort würde entweder Hoffnung schüren, wo vermutlich keine mehr ist, oder meine Tochter in einen „Loyalitätskonflikt“ treiben oder weiter treiben. Beides möchte ich nicht. Zu der Situation gehören eben immer zwei und ich habe Fehler gemacht, meine Frau hat welche gemacht und nun ist die Situation eben wie sie ist. Was ich alleine denke oder glaube ist unerheblich, solange wir, also ihre Mutter und ich, nicht beide glauben, dass der Weg auf dem wir sind falsch ist, ist es für die Kleine sicherlich besser, wenn ich dem kleinen Stern gegenüber da einen klaren Kurs fahre. Ist nicht immer leicht, aber ich glaube für die Maus ist es besser.

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