#01 Papa“wochenende“ Teil zwei…

nach Teil eins folgt natürlich Teil zwei. Den Freitag habe ich ja mit der Zugfahrt und dem Schneemann bereits geschildert. Daher folgen jetzt die restlichen Tage.

dsc_0279Am Samstag gab es, nachdem wir alle ausgeschafen haben, ein ordentliches Frühstück. Mit frischen Brötchen und gutem Belag vom Metzger. Nun Vegetarier sind in meiner Familie eher nicht vertreten und mein kleiner Stern neigt auch eher zur Wurst als zur Marmelade. Als wir alle satt waren, hat die Kleine den Schneemann vom Vorabend in Augenschein genommen bzw. mir gezeigt, dass dieses Exemplar leider zusammen gekracht ist. Es kam natürlich gleich die Frage, ob wir einen neuen bauen können. Also haben wir uns warm angezogen und sind ab in den Garten und haben einen neuen Schneemann gebaut. Danach gab es noch eine Schneeballschlacht und nach einer guten Stunden sind wir wieder rein in die warme Stube. Zum Aufwärmen gab es einen Kakao für die Kleine und einen Kaffee für den Papa. Der restliche Tag verlief ruhig und behaglich, frisch gebadet ist die kleine Maus dann ins Bett und friedlich eingeschlafen.

Am Sonntag gab es leider eine unschöne Überraschung. Der Zwerg ist mit Fieber sketch-1484599877005aufgewacht. Gegen 08:00 Uhr waren es 38,6° C und um ca. 10:00 Uhr 39,8° C. Dann gab es etwas gegen das Fieber und der kleine Stern hat sich ausgeruht. Papa hat unterdessen eine schwierige aber vermutlich richtige Entscheidung getroffen und die Heimfahrt für Sonntagmittag gecancelt, damit sich der Zwerg schonen und erholen kann. Da ich mit einem fiebernden Kind nicht 5 Stunden Zug fahren wollte, ohne zu wissen ob das schlimmer wird oder nicht, habe ich das für die richtige Entscheidung gehalten. Den Entschluss, dass wir voraussichtlich erst Montag zurückfahren habe ich dann auch zeitnah, wie von ihrer Mutter gewünscht, dieser per E-Mail mitgeteilt. Die wichtige Information und der Anlass für die E-Mail war, dass wir am Sonntag nicht zurückfahren wegen des Fiebers und alles weitere kommt dann, sobald ich es weiß. Das war irgendwie nicht genug, aber viel mehr hätte ich auch nicht sagen können. Zudem hätte ich mich nicht gemeldet, wenn wir nicht bei meinen Eltern gewesen wären und die Rückfahrt sich auf Montag verschoben hätte, was irgendwie Auswirkungen auf den Standardablauf hat. Glücklicherweise kam das Fieber nicht wieder und am Abend ist der kleine Stern auch ohne Probleme, jenseits seiner Traurigkeit bzgl. der Trennungssituation friedlich eingeschlafen. Hier musste Papa viel kuscheln und vorlesen, aber das mache ich gerne für meine Tochter.

Am Montag hat die Maus „lange“ geschlafen, bis halb acht, und ist ohne Fieber aufgewacht. Auch sonst wirkte sie fit und hatte einen großen Hunger beim Frühstück. Ein gutes Zeichen dachte ich mir. Eine Stunde nachdem Frühstück und ohne ein Anzeichen von Beschwerden, hab ich mir gedacht sehr gut, alles wieder in Ordnung, wie es scheint. Dann habe ich die Rückfahrt organisiert und ihrer Mutter Bescheid gesagt, dass wir ca. 17:45 Uhr ankommen werden. Nachdem Mittagessen hieß es Abschied nehmen von Oma. Opa hat uns zum Bahnhof gefahren, daher hieß es zwanzig Minuten später „Auf Wiedersehen Opa!„. Dann sind wir zum Zug und meine Tochter hat einen riesen Spaß beim Tauben jagen am Bahnsteig, während wir auf den Zug warten. Die Zugfahrt verlief wie immer. Hörbuch und malen, malen und Hörbuch und zwischendurch etwas essen. Leider hatten wir ca. 15 Minuten Verpätung und kamen deshalb erst um 18:00 Uhr an unserem Zielbahnhof an. Darüber hatte ich ihre Mutter aber informiert. Eigentlich dachte ich, jetzt ist das Wochenende gleich vorbei und du machst es kurz und schmerzlos. Das war mein Plan. Also sind wir ausgestiegen. Ihre Mutter war am Bahnhof, ich habe dann meine unsere Tochter zu ihr gebracht, „Hallo“ und etwas nettes gesagt. Der kleine Stern wollte uns beide Drücken bzw. hat uns beide gedrückt und fing gleich an zu weinen und sagte sie ist traurig. Dann habe ich sie nochmal gedrückt und Aufwiedersehen gesagt und bin los in die andere Richtung zu meinem Auto. Wie die Empfehlungen der wertefreien Familienzerstörer der Trennungs- und Scheidungsindustrie das auch nahelegen. Ich war ca. 15 Bis 20 Meter weg, dann tauchte meine unsere weinende Tochter neben mir auf und eine aufgebrachte Mutter kam hinterher gelaufen und rief „Was ist mit den Sachen?„. Ich hatte natürlich nur die Kuscheltiere im Koffer, was mir auch erst in dem Moment klar wurde, weil der Rest war nicht mit auf die Reise gegangen, weil wir eigentlich am Sonntag zurückkommen wollten und ich hatte jetzt ganz ehrlich auch nicht an den Kram gedacht, sondern war froh, dass wir endlich da waren und die Maus soweit wieder fit war und ohne Fieber. Ich habe ihrer Mutter/meiner Frau gesagt „Habe ich nicht, die haben wir nicht mitgenommen. Die sind in meiner Wohnung.„. Ich sagte ich hab jetzt auch keine Zeit (Ich wollte diese „Übergabe“ nicht noch mehr in die Länge ziehen), natürlich weinte der kleine Stern noch mehr und dann sagte ihre Mutter:“Der Papa macht jetzt bestimmt alles möglich, damit wir Deine Sachen holen können. Wir fahren jetzt zum Papa und dann holen wir Deine Sachen.“ Warum das jetzt noch sein musste weiß ich nicht, zudem ist bei den Sachen nichts dabei gewesen, was die Kleine dringend gebraucht hätte und zum anderen gab es genug andere Möglichkeiten. Vorallem die „Übergabe“ damit weiter in die länge zu ziehen, nachdem der kleine Stern schon sofort am Anfang geweint hat und traurig war, weil sich ihr kleines Herz Mama und Papa wünscht, war für mich sehr verwirrend. Am Ende ist meine Frau mit meiner unserer Tochter zu meiner Wohnung gefahren und ich bin „hinterher“ gefahren. Dort angekommen sind wir dann und alle ausgestiegen. Ich hab erneut meiner Frau gesagt, dass ihr die Tür nicht verschlossen ist*. Auf dem Weg zu Tür habe ich auch gesagt, du weißt aber auch was das bedeutet. Daraufhin ist sie unten an der Tür stehen geblieben. Sehr bedauerlich, es wäre die Chance gewesen, den einen, mutigen Schritt zu machen. Also sind nur der kleine Stern und ich hoch, haben schnell die Sachen zusammen gepackt und sind wieder runter.

Damit ging das erste Papawochenende 2017 zu Ende, am Ende gab es dann doch deutlich mehr Emotionen als gedacht. Trotz des Fiebers und des Endes habe ich es als ein schönes Wochenende empfunden und der kleine Stern hatte auch viel Spaß, besonders das Schnee spielen hat ihr gefallen, auch wenn ihr größter Herzenswunsch, sich leider nicht erfüllt hat.

*Ich habe meiner Frau gesagt, meine Tür ist für meine Frau immer offen, dass weiß sie auch, grundsätzlich. Damit aber kein Mißverständnis entsteht, habe ich das auf dem Weg in unser beider Gedächnis gerufen.

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