Anderes Schwimmbad, toller Papatag

Gestern war wieder Mittwoch. Für die meisten ist das einfach nur die Wochenmitte, reicht eigentlich zum freuen, aber für mich ist der Mittwoch der Tag an dem ich meine Tochter vom Kindergarten abhole und sie jede Woche bei mir übernachtet. Halt der Papatag, mein Highlight der Woche.

Aufgrund des Wetters sind wir schwimmen gegangen. Zum einen war es heiß und zum anderen gehen wir beide einfach gerne schwimmen. Jetzt war unser Haus und Hof Schwimmbad wegen der jährlichen Renovierung geschlossen. Daher mussten wir zum Ausweichschwimmbad, aber das war auch kein Problem. Einziger kleiner Haken, wir mussten an unserem ehemaligen gemeinsamen Zuhause vorbei fahren, indem meine Frau und meine Tochter jetzt alleine Wohnen. Das schien meine Tochter aber nicht gestört zu haben. Glück gehabt, dachte ich mir, weil man weiß ja nie ob das nicht einen sentimentalen, ich bin traurig Moment schafft, der in einem „Ich will Mama anrufen!“ oder „Ich will zu Mama!“ Eklat endet. Da wüsste ich jetzt auch nicht so ganz wie ich damit umgehen soll. Gemäß „neuster Absprache“ soll ja restriktiver telefoniert werden und was ich zu dem anderen Punkt sagen soll, keine Ahnung, die ehrliche Antwort wäre wohl „Ich auch!“, aber damit käme ich gegenwärtig nicht weiter und meiner Tochter wäre auch nicht geholfen. Daher war ich sehr froh, dass es diesen Eklat nicht gab.

Im Schwimmbad angekommen, haben wir uns fix umgezogen und sind dann ins herrlich, kühle nass. Das Beste ist die ca. 3 Meter hohe Kinderrutsche im kleinen Becken gewesen. Diese wurde von der kleinen Maus unzählige Male erklommen und mit einem erstaunlich schnellen Tempo wieder herunter gerutscht. Im Rahmen der ungezügelten Rutscherei, fragte mich die Kleine dann irgendwann ob wir auch im Schwimmbad Abendbrot essen können, sie hätte sich auch gemerkt, dass sie mit dem Schwimmbadwasser andere, besonders Papa, nicht anzuspucken darf. Da dachte ich mir, Erziehung wirkt und habe dieses äußerst positive Lernverhalten positiv bestärkt und ihr gesagt nachdem Haarewaschen mit Shampoo gibt es im Schwimmbad Abendbrot, wenn sie sich weiter so gut benimmt wie bisher. So verging dann die zweite Stunde im Schwimmbad mit dem gefühlt bravsten Kind der Welt. Dann ging es zum Duschen und so zielstrebig habe ich meine Tochter noch nie die Shampooflasche nehmen sehen um sich die Haare zu waschen. Nach einem nahezu reibungslosen und perfekten Haarewaschen, sind wir dann, gehüllt in ein Handtuch zum Schwimmbadrestaurant und haben dort Abendbrot gegessen. Im Anschluss haben wir uns umgezogen und sind nach Hause gefahren.

Dort gab es dann noch einen „Gute Nacht Anruf“ bei Mama, mit der seit ACHT Wochen ununterbrochen andauerenden Ansage der Kleinen, wann wir beide, also Mama und Papa, sich auf dem Traumbauernhof einzufinden haben. Zwar stimmen die Uhrzeiten selten, weil die kleine Maus meist 18:00 Uhr sagt, egal ob es schon 19:00 Uhr ist, aber darauf kommt es auch nicht an. Die Kernbotschaft unserer Tochter ist eindeutig, zumindest im Traum möchte ich mit euch weiter eine Familie sein. Wenn meine Tochter wüsste wie bereit ich bin, diesen Wunsch auch außerhalb der Traumwelt zu erfüllen, wäre sie vermutlich sehr erstaunt, aber manchmal glaube ich, dass meine Tochter sehr genau weiß, dass wie ihr Papa fühlt und denkt. Nach diesem fast allabendlichen Telefonat, mit dem für mich sehr emotionalen Weckruf an uns als Eltern, ging es dann aber auch ab ins Bett, natürlich vorher nochmal Toilette und im Anschluss Zähne puzten, dann zwei Kapitel einer Geschichte und dann Licht aus und schlafen.

Nachdem ich das Zimmer verlassen hatte und dachte die Kleine müsste jetzt jede Sekunde eingeschlafen sein wurde ich mal wieder überrascht. Ich hatte mich gerade hingesetzt, da kam die Kleine Maus aus ihrem Zimmer geschlichen und sagte:“Papa ich muss Dir etwas sagen!“, etwas überrascht erwiederte ich:“Ok, was denn mein Sonnenschein?“ und dann kam die Antwort:“when-trust-is-lost-it-wont-be-regained-over-night-300x251Du bist toll!“. Dann wurde ich noch einmal sehr herzlich und liebevoll von ihr gedrückt und dann verschwand sie wieder in ihrem Zimmer.

Tief emotional bewegt saß ich nun da und dachte über unser tolles Kind nach und was meine Frau und ich dabei sind ihr gerade anzutun und warum wir keinen Weg finden um Schritt für Schritt zusammen wieder an einer Zukunft für uns drei zu arbeiten.

 

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